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Inhaltsverzeichnis

Mögliche Auslöser für das Auftreten von Bruxismus

Bruxismus ist der Fachbegriff für die unbewusste Aktivität der Kaumuskulatur. Eine ausführliche Darstellung der verschiedenen Formen und Ausprägungen finden Sie hier: Was ist Bruxismus?

Eine erste, wichtige Unterscheidung bezieht sich auf die Bewegungsrichtung der Kiefer: Im Fokus dieses Textes steht der zentrische Bruxismus bzw. das Kieferpressen, bei dem die Kiefer und damit die Zähne des Ober- und Unterkiefers fest aufeinander gepresst werden.1 Wenn zusätzlich seitliche Mahlbewegungen hinzukommen, spricht man von exzentrischem Bruxismus bzw. Zähneknirschen, das in diesem Beitrag behandelt wird: “Ursachen Zähneknirschen” 

Bei der Frage nach möglichen Auslösern von Bruxismus sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Primäres & sekundärer Bruxismus:

Wenn das Kieferpressen ohne erkennbare Ursache auftritt, spricht man vom primären Bruxismus, andernfalls vom sekundären Bruxismus.

Psychische Faktoren:

Stress gilt als klassischer Risikofaktor für das Kieferpressen, sowohl im Schlaf wie auch unbewusst, im Wachzustand.

Physische Faktoren:

Von der genetischen Veranlagung über Verdauungsstörungen bis hin zur Einnahme von Medikamenten gibt es viele physische Faktoren, die als Bruxismus-Auslöser in Frage kommen.

Diese und weitere Ursachen für Bruxismus werden im folgenden Text ausführlich diskutiert. Dazu erfahren Sie, welche Beschwerden im Zusammenhang mit Bruxismus auftreten können und warum die Bruxismus-Therapie mittels Biofeedback besonders vielversprechend ist.

Primärer und sekundärer Bruxismus

Bei einer Bruxismus-Diagnose wird der Arzt zunächst die Symptome erheben und die ursächliche Kaumuskelaktivität möglichst genau beschreiben: Handelt es sich um Kieferpressen und/oder, Zähneknirschen? Findet es tagsüber und/oder nachts statt?

Die anschließende Suche nach möglichen Ursachen des Bruxismus erfordert eine Prüfung zahlreicher Faktoren: Sowohl Schlafstörungen wie auch Erkrankungen (Schädel-Hirn-Trauma) und auch die Einnahme von Medikamenten oder der Konsum von Drogen können Bruxismus-Episoden auslösen bzw. verstärken – hier spricht man von sekundärem Bruxismus.

Wenn das Kieferpressen bzw. Zähneknirschen jedoch ohne erkennbare Ursache auftritt – eine Antwort, die für die Betroffenen häufig wenig befriedigend ist – spricht man von primärem bzw. idiopathischem Bruxismus.2

Welche Ursachen stehen im Zusammenhang mit dem Kieferpressen?

Das Kieferpressen kann sowohl psychische als auch organische Ursachen haben: Zunächst wird der Stress als klassische Ursache von Bruxismus vorgestellt, anschließend werden Kieferfehlstellungen, Hirnschäden und Medikamenten- bzw. Drogenkonsum als mögliche Bruxismus-Ursachen diskutiert. 

Psychische Beeinträchtigungen und Stress sind oft ursächlich für Bruxismus

Ob beruflich oder privat – Stress kann den Bruxismus in der Wachphase wie auch im Schlaf begünstigen. Nicht umsonst heißt es von unangenehmen Situationen, da müsse man halt ‘die Zähne zusammenbeißen’ – und tatsächlich tritt das Kieferpressen häufig in Verbindung mit Stresssituationen auf, insbesondere wenn Aggressionen und ähnliche Gefühle nicht bewusst als solche wahrgenommen, sondern verdrängt werden.3 Hier erfahren Sie mehr über diesen Zusammenhang: “Stress als Ursache für Bruxismus

Chronische Fehlstellungen des Kiefers

Beim Stichwort ‘Fehlstellung’ denkt man oft zuerst an Zahnfehlstellungen. Tatsächlich wurde eine gestörte Bisslage (Okklusion) lange als möglicher Auslöser für Bruxismus diskutiert, die Studienergebnisse sind hier jedoch nicht eindeutig.4

Hier liegt es nahe, den Blick zu erweitern – von der Bisslage zur Position der Kiefer und damit zum komplexen Zusammenspiel von Okklusion, Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Störungen in diesem Bereich werden unter dem Begriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst.5 Eine ausführliche Darstellung der Zusammenhänge zwischen CMD und Bruxismus finden Sie hier: “Kraniomandibuläre Dysfunktion (CMD)”.

Neurokognitive Ursachen von Bruxismus

Der Begriff der ‘neurokognitiven Störung’ beschreibt eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Gehirns hinsichtlich Aufmerksamkeit, Lernen, Gedächtnis etc. Mögliche Ursache hierfür sind Kopfverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma), Durchblutungsstörungen (insb. Schlaganfall) sowie fortschreitende Erkrankungen (bspw. Alzheimer, Parkinson).6

Vor allem Beeinträchtigungen des Frontallappens des Gehirns können das Auftreten von Wachbruxismus begünstigen: Hier sind die Regelkreise gestört, die das Bewegungsverhalten steuern – ausschlaggebend erscheint insbesondere die Dysbalance bestimmter Neurotransmitter (Dopamin-Acetylcholin-Balance).7

Medikamente und Drogen als Bruxismus-Ursache?

Angesichts der obig aufgezeigten Rolle von Neurotransmittern, insb. Dopamin, kann es nicht überraschen, dass auch dopaminhaltige Medikamente als Bruxismus-Auslöser wirken können. Daneben gibt es weitere Medikamente, die das Kieferpressen auslösen bzw. verstärken können:

  • Antidepressiva (trizyklischen Antidepressiva oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)
  • ADHS-Medikamente zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms
  • Antihistaminika mit disinhibitorischem Effekt auf Serotonin

Daneben können auch illegale Drogen (Ecstasy, Methadon) und legale ‘Genussdrogen’ (Nikotin, hoher Koffein- und Alkoholkonsum) das Auftreten von Bruxismus begünstigen.8

Bei unbehandeltem Bruxismus können diese Symptome auftreten

Beim wiederholten und anhaltenden Zusammenpressen der Zähne wirken enorme Kräfte auf Muskeln, Knochen & Gelenke ein. Dies kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Zahnschäden, insb. Risse in der Zahnsubstanz und Absplittern der Schmelzschicht
  • Kiefergelenkbeschwerden 
  • Muskelverspannungen & eingeschränkte Beweglichkeit von Hals,  Nacken und Rücken, zum Teil auch bis in die Gliedmaßen
  • Kopfschmerzen & unspezifische Muskelschmerzen9

Eine ausführliche Darstellung dazu finden Sie in unserem Beitrag “Symptome von Bruxismus”.

Mit Biofeedback lässt sich Bruxismus unabhängig von der Ursache behandeln

Biofeedback ist eine Methode der Verhaltenstherapie, die unbewusstes Verhalten durch eine Rückmeldung (=Feedback) wahrnehmbar macht, um einen Lernprozess anzustoßen, der das unerwünschte Verhalten nach einiger Zeit reduziert oder ganz abstellt.10 Hier lesen Sie mehr: Biofeedback – Theorie & Behandlungsablauf.

Die Biofeedback-Therapie wird auch bei der Behandlung von Bruxismus mit großem Erfolg angewendet – natürlich, risikoarm und nachhaltig. So belegt eine Studie, dass Biofeedback die Häufigkeit und Dauer nächtlicher Bruxismus-Ereignisse messbar reduzieren kann, wodurch das Allgemeinbefinden erheblich verbessert wird.11 Die in der zitierten Studie verwendete Biofeedback-Zahnschiene wird hier vorgestellt: bruXane mit integrierter Biofeedback-Technologie.

Je nach Ursache und Ausprägung des Kieferpressens können auch weitere Behandlungsverfahren zum Einsatz kommen: Bruxismus-Therapie: Knirschschiene, Botox oder Entspannungstraining

Wissenschaftliche Quellen

1 Manuela Motzko, Melanie Weinert, Ulrike Albrecht: Kiefergelenk und Kaustörungen. Ein multidisziplinäres Praxisbuch. Springer-Verlag 2019, S. 57-58.

2 Deutsches Zitat lt. Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGFDT) und Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. S3-Leitlinie, Langversion, S.9-10. AWMF-Registernummer: 083-027. Stand: Mai 2019. URL: Link (im Folgenden: S3-Leitlinie “Bruxismus”).

3 Gundula Johnke: Psychische Aspekte dentaler Parafunktionen: Knirschen - Mahlen - Pressen. Schlütersche 2000, S. 27 ff.

4 S3-Leitlinie “Bruxismus”, S. 12.

5 Michael Behr, Jochen Fanghänel: Kraniomandibuläre Dysfunktionen. Antworten auf Fragen aus der Praxis. Georg Thieme Verlag 2019, Kapitel 1.4.

6 Klaus Lieb, Sabine Frauenknecht: Intensivkurs Psychiatrie. Elsevier Health Sciences 2019, S. 132 ff.

7 Lukas C.Gnädinger, Michael Gagesch, Martin Schimmel: Bruxismus im Zusammenhang mit neurokognitiven Störungen. In: Swiss Dental Journal SSO 12/2017, Vol. 127. Link.

8 S3-Leitlinie “Bruxismus”, S. 13-14. 

9 Bernd Reitemeier: Einführung in die Zahnmedizin. Georg Thieme Verlag 2006, S. 113-114 SOWIE Gundula Johnke: Psychische Aspekte dentaler Parafunktionen: Knirschen - Mahlen - Pressen. Schlütersche 2000, S. 20.

10 Winfried Rief, Niels Birbaumer: Biofeedback. Grundlagen, Indikationen, Kommunikation, Vorgehen. Klett-Cotta 2018, S.1-2.

11 Bergmann, A., Edelhoff, D., Schubert, O. et al.: Effect of treatment with a full-occlusion biofeedback splint on sleep bruxism and TMD pain: a randomized controlled clinical trial. In: Clinical Oral Investigations, 2020, 24, S. 4005–4018 (Volltext als PDF)

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